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Wie du dir selbst unnötig Stress machst

Welche Situation fallen Dir ein, in denen du dich (unnötig) geärgert oder gesorgt hast?

„Es sind nicht die Dinge oder Ereignisse an sich, die uns beunruhigen, sondern die Einstellungen und Meinungen die wir von den Dingen haben.“(Etikett, griech. Philosoph)

Das klingt vielleicht komisch, ist aber so.

Es ist dir sicher auch schon passiert, dass du  auf dem Weg zur Vorlesung  oder einem anderen Termin an der Haltestelle auf die Bahn warten musstest.

Die ersten Minuten hast du noch die Hoffnung, dass es sich nur um wenige Minuten handelt und du es doch noch pünktlich schaffst.

Mit jeder Minute die vergeht, drängelst und „hüpfst“ du ungeduldig auf auf der Stelle hin und her. Du schaust immer öfter auf die Uhr und trommelst mit den Fingern.

Dann bringen dich deine Gedanken weiter ins Schwitzen:

  • “ Der Termin ist so wichtig, den darf ich auf keinen Fall verpassen.“ oder
  • “ Was sollen die anderen aus der Projektgruppe denken, wenn ich gerade heut zu spät komme?“
  • “ Der Dozent sieht das gar nicht gern. Er wird alles andere als begeistert sein. Er wird kein  Verständnis für meine Verspätung haben. – das hat Folgen für meine Note – eine Katastrophe!“

oder … oder… oder…

Plötzlich hast du Gewissheit – auf der Tafel steht es klar und deutlich – die Bahn hat 20 Minuten Verspätung:

Du wirst es definitiv nicht pünktlich schaffen!

Genervt und angespannt greifst Du zu deinem Telefon und versucht jemanden aus der Projektgruppe zu erreichen. Es klingelt…Dein Kommilitone hebt ab.  Besorgt über die Reaktion des Anderen, bringst du deine Entschuldigung  heraus…

Die Stimme am anderen Ende antwortet: „Du, gar kein Problem. Ich wollte dir gerade schreiben. Der Dozent verspätet sich um 30 Minuten, wir haben gerade eine Mail bekommen. – Puh, Erleichterung…

 

Wie oft ist es dir schon passiert, dass du allein durch deine Vermutung, ja durch dein Gedankenkarussel, angespannt, besorgt, gestresst oder verärgert warst?

Allein durch deine Befürchtungen hast du dich gestresst und „schlecht“ gefühlt.

Eingefahrene Denkweisen und Einstellungen führen oft dazu, dass wir glauben eine Sachlage muss so sein, denn es war ja „immer“ so. Dazu kommt, dass viele glauben zu wissen, welche Erwartungen die anderen an uns haben, ohne diese abzuklären.

Aus Sorge oder Angst vor dem was vermeintlich passieren könnte, hinterfragen viele Menschen eine Situation nicht.

Wenn es dir hin und wieder auch so geht, dann versuche das nächste Mal dir folgende Fragen zu stellen:

Ist die Situation wirklich so schlimm? Was kann passieren?
Wie könnte es auch anders sein?
Welchen Einfluss habe ich auf die Situation?
Was kann ich verändern? Wirklich gar nichts?

 

Sehr schön verdeutlicht das auch die Geschichte mit dem Hammer:

 

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, aber nicht den Hammer.Hammer
Der Nachbar hat einen. Also beschließt der Mann zu seinem Nachbar zu gehen, um sich diesen auszuborgen.

Doch da kommt ihm ein Zweifel. „Was wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich? Und was? Ich habe ihm nichts getan, der bildet sich da was ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, gäbe ich es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann  man einem Menschen einen so einfachen gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet der sich noch ein, ich sei auf Ihn angewiesen. Bloß weil er einem Hammer hat. Jetzt reicht es mir wirklich.“

Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er guten Tag sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“

(aus Paul Watzlawick, 1988, Anleitung zum Unglücklichsein)

 

 

56APU_0057 210x180Anke Lambrecht ist Trainerin, Beraterin, Coach für Betriebliches Gesundheitsmanagement
Arbeit ist das halbe Leben, deshalb muss sie Sinn ergeben und darf Spaß machen.
Ich unterstütze Menschen und Organisationen Motivation, Begeisterung und hohe Leistungskraft im Alltag zu vereinen und zeige ihnen wie sie ihre Möglichkeiten dazu nutzen.

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